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Geschichte Killwangen |
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Die
Entstehung des Ortsnamens Killwangen
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Alte Wandmalereien aus
Killwangen Das Haus als Hort des Menschen bot seit jeher viele Möglichkeiten, den persönlichen Stil - meist der sozialen Stellung angepasst - auszudrücken. Die in früheren Zeiten nicht jedermann zugänglichen Innenräume wiederspiegelten die Vorstellungswelt der damaligen Bewohner. Auf diese Weise konnten sie die innere Haltung, aber auch Wünsche und Sehnsüchte gefahrlos und offen darlegen. Waren die Räume in der Renaissance-Zeit noch dunkel und verschlossen, so öffneten sie sich unter dem Einfluss des barocken Zeitgeistes allmählich und liessen zunehmend eine lichte, aufgelockerte Wohnspähre zu. Anstelle der schweren, dunklen Holzauskleidung traten einfache, oft hell gestrichene Holzvertäfelungen. Die Wand als feste architektonische Raumbegrenzung löste sich optisch auf - Spiegel und textile Wandbespannungen aller Art waren geeignete Hilfsmittel dafür. Die Fensteröffnungen wurden vergrössert - mehr Licht war erwünscht. Neue, feiner Möbeltypen hielten besonders in Salons und Festräumen Einzug. Die grossen schweren Zweckmöbel wurden in Nebenräume abgeschoben. Im 18. Jahrhundert waren die repräsentativen Räume der Bürgerhäuser mehrheitlich mit unbemalten, geschnitzten, oft auch kostbar furnierten Holzvertäfelungen verziert. Sogar die mit textilen Bespannungen dekorierten Wände waren im Sockelbereich und in den Fensternischen häufig mit einer Fussleiste aus Nussbaumholz versehen. Die Türen und Türgewände bestanden meistens ebenfalls aus diesem Holz. Diese neugewonnenen Flächen auf den Holzverkleidungen waren eine Herausforderung für die Künstler. Denn nun bemalten sie auch billigeres Tannenholz mit hellen Farben, früh schon mit figuralen und landschaftlichen Szenen - Täfermalereien, die der Nachwelt leider nur selten erhalten sind. Ganz besondere Kostbarkeiten dieser Art befinden sich im Historischen Museum in Baden. Sie stammen aus der ehemaligen Sommerresidenz des Klosters Wettingen auf dem Sennenberg. Der malerische Fachwerkbau wurde 1919 abgebrochen. Grosse Diskussionen hat es deswegen anscheinend in Killwangen nicht gegeben - die damalige, weitgehend bäuerliche Bevölkerung hatte unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg andere Probleme, als sich mit einem Kulturgut auseinanderzusetzen. Es ist einem besonders glücklichen Umstand zu verdanken, dass der Fleckviehzuchtverband, der den Sennenberg 1917 erworben hatte, sich für die Erhaltung des Raumes im obersten Stockwerk einsetzte. Das bemalte Zimmer hat - wenn auch in Einzelteile zerlegt - in Baden eine Sichere Bleibe gefunden. Über die in ihrem Bestand gefährdeten Wandmalereien auf dem Sennenberg berichtete die Neue Zürcher Zeitung in ihrer Ausgabe vom 5. Oktober 1919. Der Berichterstatter weist besonders auf ein Zimmer mit Wand- und Deckenmalereien im obersten Stock hin, das sich in der nördlichen Schmalwand gegen das Limmattal hin öffnet. Im Stile pompejanischer Künstler wird durch eine Scheinarchitektur der rund 6,5m lange, 4m breite und 2,5m hohe Raum optisch vergrössert, indem die getäferten Wände mit in grünlicher Steinfarbe gehaltenen Arkaden ausgeschmückt wurden. Dem Betrachter öffnet sich der Ausblick auf Park und Berglandschaften mit Bauern, Jägern und Kriegern. Auf der westlichen Längswand sieht man in eine waldige Landschaft hinaus, in der sich vier Männer, unterstützt von kläffenden Hunden, auf der Jagd befinden. In einer Flusslandschaft schreitet von links her ein Jäger mit geschulterter Flinte auf einen Treiber zu, der die Jagdbeute an einem Stock trägt, während in der Mitte des Bildes ein Eber die Flucht ergreift. Im Feld gegen das Fenster weidet eine Viehherde. Die drei Felder der östlichen Längswand enthalten im Feld gegen das Fenster eine Landschaft mit einer Bauernfamilie beim Mahl, eine zweite Familie mit zwei Pferden und in den zwei folgenden Feldern wieder Berglandschaften mit Zeltlagern und Festungen, vor denen bewaffnete Reiter mit Türken kämpfen. Vom Scheitel der Arkaden zur linken und rechten Seite des Fensters hängen zwei von prallen Fruchtkränzen umgebene herzförmige Schilde herunter. Der linke wird flankiert von zwei Engeln mit Bischofsstab und Rauchfass sowie mit dem Wappen des Wettinger Abtes Alberic Beusch von Luzern, der rechte, über einer stürmischen Meerlandschaft, mit dem Wappen der Abtei. Die zwei Bogen seitlich der Eingangstüre, die dem Fenster gegenüber liegen, öffnen sich gegen den mit einem Säulenpavillon bestückten Hof eines Schlosses, in dem ein rotbefrackter Mann behaglich eine Pfeife raucht. Der rechte Bogen gibt den Blick frei auf einen von Pappeln umsäumten und durch einen Torbau abgeschlossenen Gartenhof. Im Vordergrund rechts befindet sich ein mit einer Löwenmaske geschmückter Wandbrunnen. Unten auf der Brunnenwand ist die Inschrift SCVTVM PICTORUM und die Jahrzahl MDCCXXIX (1729) angebracht. Ob der Künstler sich hinter den Initialen HS - IGM verbirgt, die auf einem Gemälde angebracht sind, bleibt ein Geheimnis. Die Zwei schmalen Türen der Längswände sind wie die mit dem Türgericht in das Zimmer einspringende Eingangstüre nicht in die Scheinarchitektur der Wände einbezogen. Das Gebälk der Eingangstüre biegt sich über einer Muschel auf, die von zwei mit je einer Traube behangenen Blattkonsolen, von denen je wieder eine Traube herabhängt. Über den Arkaden ziehen sich Balustraden durch, die teilweise wie z.B. über den Wappenfeldern und den Ecken, mit Draperien behängt sind. Darauf tummeln sich verschiedene Tiere wie Papageien, Spechte, Tauben, Eichhörnchen, Affen und Eulen, die ein Gegenstück zu den Vögeln wie Elstern, Spechten und Wildenten bilden, mit denen die mit fahlgelblichen Wolken bemalte Decke belebt wird. Als Auftraggeber dieser in bräunlichen und grünlichen Tönen vorherrschenden Dekorationen kommt der erwähnte Alberic J. Beusch aus Luzern in Betracht, der dem Kloster Wettingen vom 27. Juni 1721 bis zu seinem plötzlichen, im Kloster Feldbach bei Steckborn anlässlich einer Äbtissinenwahl erfolgten Tod im Jahr 1745 vorstand. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass die 1975 geöffnete Turmkugel des Klosters Wettingen u.a. eine Urkunde von Abt Alberic Beusch enthielt: "Im Jahre des Herrn 1731, am 30. Juni und 1. Juli, wütete ein schrecklicher Sturm, der mit Blitzen und Donnern und zahlreichen Blitzeinschlägen die ganze Umgebung bedrohte. Gegen ein Uhr nach Mitternacht durchschlug ein Blitz den Turm, und durch eine dünne Spalte fuhr er sogar in die Kirche, jedoch ohne den Ordensleuten, welche sich in der Kirche aufhielten, ausser dem Schrecken irgendeinen Schaden zuzufügen. Aus Dankbarkeit für die gegenwärtige Hilfe liess der hochwürdigste und Hochgeehrte Herr Alberic Beusch von Luzern, Abt dieses Klosters, den Turm neu decken und den oben angebrachten Stern vergolden..." Der Abt war in seinem 11. Amtsjahr und das Kloster zählte damals 43 Ordensleute. Nicht vom gleichen Abt ist die Bemalung eines anderen Zimmers angeordnet worden, das sich im Stockwerk unter dem geschilderten Raum befand und das mit Ausnahme der gegen die Mitte gerückten Türen der Längswände und der fehlenden Wandtäferung die gleiche Einteilung aufwies. Hier waren die weiss verputzten und durch rot gestrichene Balken in je zwölf Felder eingeteilten Längswände - sechs links und sechs rechts der Türen - in den zwei oberen Reihen mit grau gemalten Fruchtkörben und in der unteren Reihe mit gleichfarbigen Einzeltieren geschmückt. Die Tür- und Fensterwand war ähnlich bemalt. Nach den französischen Lilien und streng stilisierten roten Blumen zu schliessen, welche die fünf mittleren und zehn äussern Felder der braunen Holzdecke dekorierten und die an das Wappen der Göldlin von Tiefenau erinnern, hat wohl der aus dieser Familie stammende Wettinger Abt Nikolaus II (1676 - 1686) diesen Raum ausmalen lassen. Die Raumausstattung ist nicht mehr vorhanden und nur durch den erwähnten NZZ-Artikel überliefert. Eine Aufnahme dieses Raumes ist in der Killwanger Dorfchronik von 1976 enthalten. Die Wandmalereien vom Sennenberg entsprachen dem Geschmack des achtzehnten Jahrhunderts. Die Räume hatten Repräsentationscharakter. In den heissen Sommermonaten verlegten die Äbte vorübergehend Ihren Wohnsitz auf den Sennenberg und empfingen dort auch Besucher. Die herrliche Aussicht auf das Limmattal, die Abgeschiedenheit und die Waldluft dürften Killwangen trotz gewisser Widerspenstigkeiten seiner Einwohner für das Kloster Wettingen - zumindest im Sommer - zu einer bevorzugten Untertanengemeinde gemacht haben. Hans Schädler
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