Geschichte Killwangen

 Killwangen AG

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Flurnamen

Im Übersichtsplan von 1933 sind gegen 40 Flurnamen verzeichnet. Einige Bezeichnungen sind in Vergessenheit geraten oder sind schon damals nicht mehr im Plan eingetragen worden.

Prof. R. Weiss schreibt in seiner "Volkskunde der Schweiz": Die Flurnamen sind der normalen Sprach- und Kulturentwicklung entzogen. Sie sind gleichsam Versteinerungen, Zeugen einer versunkenen Welt. Die von Kind an vertrauten namen sind ein Stück Heimat. Sie werden behalten, auch wenn man ihren Sinn längst nicht mehr versteht."

In unserer Gemeinde sind einige interessante Flurnamen überliefert. Die folgende Zusammenstellung hat die Aufgabe, unsere wichtigsten Flurnamen vor dem Vergessenwerden zu bewahren und alte Zusammenhänge wieder aufzudecken. Die Ausführungen erheben keinerlei Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit:

  • Brühl, "Brüel" (Brühlmatten, Brühläcker)
    Altdeutsch: Brogil
    Mittelhochdeutsch: bruogel, bruohel, bruehel, brüwel
    So bezeichnete man Wässerwiesen, die zur Erzielung eines guten Graswuchses aus einem Bach durch künstliche Wasserzufuhr gewässert wurden. Der Name Brühl wurde schon 1572 erwähnt.

  • Buhe, "Bue", schwäbisch: Buo=Buche
    Hinweis auf einen grossen Buchenbestand

  • Buchbühl, "Buechbüehl":
    Buechbühl
    Man findet alle möglichen Schreibformen, z.B. Bühl, Büel, Bühel, Büchel, Biel, ahd: heisst es "Buhil" und bezeichnet einen runden Hügel, eine Kuppe.

  • Kohlplatz, "Cholplatz":
    koehler.jpg (32389 Byte)
    Kohl, Kol, Köl, Kel, auch Chelli ist ein alter Name und bedeuted so viel wie Mulde. Solche Mulden bilden sich häufig beim Übergang vom Steilhang in die Terasse. Der Name weisst aber auch auf einen alten Köhlerplatz hin, bei dem im Kohlenmeiler Holzkohle hergestellt wird.
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  • Erlen, "Erle"
    Ehemals Erlenwald, Allmend gegen den Berg.

  • Facker, "Fadacher":
    Fadacker-k.jpg (66607 Byte)
    mhd: vade=Faden, Garn, Schnur. Vermutlich verwandt mit "Faden" = Klafter als Massbezeichnung. Efad oder Epfad ist die gesetzlich vorgeschriebene Umzäunung zwischen den Zelgen der Dreifelderwirtschaft.

  • Fahr:
    Restaurant Fahr
    Früher führte eine Fähre über die Limmat nach Würenlos. Am 23. Februar 1968 wurde das Restaurant Fahr abgebrochen.

  • Fegi, "Fäggi"
    Bevor die Limmat 1934 gestaut wurde, ragten an dieser Stelle Felsen aus dem Wasser; das Wasser strich an diesen Felsen vorbei und fegte sie glatt. 
    Fegen=Reinigen

  • Guggermatt:
    Guggermatt
    Waldname, 1653 Gukenmat. Matte im gerodeten Wald. (Von der Aussicht, gucken).

  • Hasel:
    Hasel
    Vor 400 Jahre wurde hier gerodet. Der Holzwuchs bestand hauptsächlich aus Haselstauden.

  • Limmat, "Limmig"
    Limmat
    691 lindimacus
    820 lentomagos
    1245 lindemage
    1298 lindtmag
    1346 lintmagen
    Die Erklärung des Flussnamens ist schon auf verschiedene Weise versucht worden, bisher befriedigt jedoch kein Erklärungsversuch richtig.

  • Mühlehalde:
    In diesem Gebiet stand einmal eine Mühle. Die Lage ist unbekannt. In der Urkunde von 1234 wird eine Mühle erwähnt.

  • Nächstäcker:
    Naechstaecker.jpg (153927 Byte)
    1660 im nächsten Acker, dem alten Dorfteil zunächst gelegen Acker.

  • Pünten, "Bünten, Bündten":
    Waren einst eingezäunte Hanf- und Flachsäcker, die nicht der Dreifelderwirtschaft unterworfen waren. Später wurden auch Äcker so bezeichnet, die in der Nähe der Höfe lagen und als "Pflanzplätze" dienten.

  • Rätschen:
    Das Gebiet oberhalb des alten Dorfteils, wo mit dem "Rätschi" Hanf und Flachs gebrochen wurde.

  • Rebäcker, "Räbhoger":
    P1010008.JPG (300331 Byte)
    Hinweis auf den einstigen Rebbau. Vor 300 Jahren bedeckten Reben alles, was als Rebhang in Killwangen irgendwie in Frage kam.

  • Rüti, Rütihalde "Rütenen, Rüteli":
    P1010026.JPG (307653 Byte)
    Diese Namen bezeichnen durch Beil und Brand vornehmlich bis zum 13. Jahrhundert, aber auch später gerodetes Land.

  • Zelgli:
    Zelgli.jpg (29786 Byte)
    (Zelgmatt), Zelg heisst Feld- oder Flurstück, Abteilung des Feldes.

 


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